Nintendo senkt den Wii-Preis – und keiner kriegts mit

16 10 2009

Autor: wrowa

Ist es dem japanischen Videospielriesen etwa peinlich? Fühlt sich Nintendo-Präsident Satoru Iwata in seinem Stolz verletzt? Kann er beim täglichen Blick in den Spiegel etwa nur eine unbeschreibliche Abscheu gegen seiner selbst verspüren? Ist sein Seelenwohl zu sehr ins Negative gerutscht, nachdem die von ihm geführte Firma weltweit den Preis der Wii-Konsole – vor wenigen Monaten noch als DAS heißeste Eisen des Videospielmarkts betrachtet, das selbst einer Rezension mit Leichtigkeit trotzt – senken musste? Immerhin konnte sich die Wii in der westlichen Welt nur noch knapp besser verkaufen als die Konkurrenz und nicht mehr monatlich doppelt und dreifach soviele Konsolen absetzten als die Microsofts und Sonys dieser Welt. Im Heimatland Japan ist die Wii sogar in einer schwerwiegenden Krise gerutscht, die so schnell nicht überwunden sein wird. Denn selbst, wenn die Konkurrenz noch weniger verkauft, sind Verkäufe im 10k-20k-Segment für einen “Marktführer” sicherlich nicht tolerierbar.

Die Notbremse wurde also gezogen, der Preis (in der EU, mit Ausnahme von UK) von 250 Euro auf 200 Flocken gesenkt.

Und jetzt? Nichts. Nintendo macht einen hervorragenden Job, wenn es darum geht, den potentiellen Kunden den neuen Preis zu verschweigen. Eine große Ankündigung der Preissenkung mit viel Tramtram? Pustekuchen. Stattdessen eine unscheinbare PM. Eine Werbeoffensive, die den neuen Preis in das Hirn der Bevölkerung einzubrennen vermag? Nix da, Nintendo lässt sich den neuen Preis nicht anmerken! Stattdessen wirbt man lieber weiterhin für Wii Sports Resort – natürlich ohne etwa den neuen Preis der Konsole anzupreisen – und seit neuestem auch das neue WiiFit Plus – selbstverständlich ist von der Preisreduktion der Wii auch hier nichts zu bemerken.Was soll das? Wann wird Nintendo den Preis der Konsole auch seinen Kunden näherbringen? Spätestens mit WiiFit Plus ist der Moment gekommen, an dem man die Werbetrommeln ordentlich schlagen sollte. Wie lange will man noch warten? Bis zur Veröffentlichung von New Super Mario Bros? Weshalb setzte man die Preissenkung überhaupt bereits so früh durch, wenn man kein Interesse daran zeigt, den neuen Preis auch zu vermarkten? Eine Pressenkung alleine löst keine Probleme.

Eine Preissenkung alleine löst keine Probleme?

In diesem Satz, zeigt sich ein viel fundamentaleres Problem der Wii-Preissenkung: Fehlendes Marketing hin oder her, kann ein geringerer Preis die Konsole tatsächlich zu einem zweiten Frühling verhelfen? Damit ein solcher Akt tatsächlich die Lösung eines Problems sein kann, ist es notwendig, dass der Preis überhaupt ein Problem war. Doch war der Preis von Nintendos jüngster Konsole jemals ein Problem? Schwindet das Interesse an der Konsole aufgrund zu hoher Kosten? Die recht simple Antwort: nein. Verglichen Wii mit der 360 oder der PS3 war Nintendos Plattform immer recht erwschwinglich. Kaum jemand, wird vom Zuschlagen abgesehen haben, da ihm die Konsole 50 Euro zu teuer war. Die aktuellen Verkaufszahlen aus dem fernen Osten bestätigen diese Aussage: unmittelbar nach der Preissenkung konnte die Wii ihre wöchentlichen Verkäufe von zuvor etwa 15k auf 32k steigern. Das ist nicht mehr als ein laues Lüftchen. Das Problem steckt tiefer.

Beispiel gefällig? Nintendo verpasst es, das Wii-Line Up um sinnvolle Titel zu erweitern, die Käuferschichten abseits der bereits abgegrasten Audienz ansprechen. WiiFit Plus wird sich hervorragend verkaufen, doch die Fitness-Suchtis haben bereits eine Wii in ihrem Heim stehen. Das neue Wii Sports verkauft sich bereits hervorragend, doch eine Steigerung der Hardwareverkäufe  hält sich auch hier in Grenzen. Kein Wunder, schließlich haben die Interessenten dieses Spiels bereits beim Vorgänger zugeschlagen. Womit will Nintendo der Wii also einen frischen Wind verleihen? Bleibt am Ende wirklich alles an New Super Mario Bros. Wii hängen? Muss nun – überspitzt ausgedrückt – ein verkapptes DS-Spiel der Wii neues Leben einhauchen? Die Wii-Ausgabe mag ja ein ambitioniertes Projekt sein und mit dem neuen Mehrspielermodus einen echten Mehrwert bieten. Doch reicht das um neue Käuferschichten die Konsole schmackhaft zu machen? Lässt sich der sensationelle Erfolg der DS-Ausgabe einfach so auf die Wii übertragen? Werden 2D-Jump’n Runs auf einer Heimkonsole überhaupt noch gewollt? Und besitzen Mario-Fans nicht sowieso schon lange eine Wii?

Satoru Iwata selbst war es, der einmal feststellte, dass eine Preisreduzierung lediglich einen temporären Anstieg ermöglicht, dass die pure Sekung des Preises nicht ausreicht, um die Probleme einer schwächelnden Konsole zu lösen. Doch trotz dieser wahren Aussage, scheint der erste Pricecut der Wii ein halbherziger Schritt darzustellen, der am Ende nicht viel mehr zu sein scheint, als eine simple Preissenkung ohne tiefere Strategie.

Ein Zeichen der Verzweiflung?





Und übrigens noch was: Das Ende wird der Anfang sein…

15 10 2009

Autor: wrowa

“Totgesagte leben länger”. Ein Motto, das Situationen mal mehr, mal weniger treffend beschreibt. In diesem Fall ist seine Aussagekraft nicht zwangsweise als sonderlich hoch oder gar von überragender Wahrscheinlichkeit einzustufen. Eines ist aber dennoch sicher: Dasselbe Thema, das für mehrere Monate einen Schlussstrich unter diesen Blog zog, ist es, das auch den erneuten Anfang einleitet.

And Another Thing.

Denn “Part Six of Three of the increasingly inaccurate Hitchhiker’s Guide to the Galaxy trilogy” ist seit vergangenem Montag erhältlich. Und seit dem Morgen des 15. Oktobers 2009 – oder in anderen Worten: seit heute – in meinen Händen. Der Anhalter ist zurück. Nach 15 Jahren. Mit Colfer als “Ersatz” für Adams. Offen gestanden, habe ich bisher kaum mehr als zehn Seiten des neuen Schinkens gelesen. Denn, ganz ehrlich, ich befürchte noch immer, dass er das (wenn auch zum Ende hin nicht mehr ganz so) geniale Werk Adams in den Schmutz ziehen könnte. Okay, das ist allerdings auch nur ein Teil der Wahrheit: ein Part von mir genießt es auch einfach nur, erneut in das Universum des Anhalters abzutauchen. Colfer hin oder her.

Hin oder her? Vielleicht auch lieber nicht. Denn bisher – okay, nach zehn Seiten bin ich kaum in der Lage das zu sagen – macht Colfers Werk einen unheimlich guten Eindruck. Ohne Adams ist und bleibt der sechste Anhalter zwar kein “richtiger” Teil der Serie, aber das ändert nichts daran, dass Colfer anscheinend das Zeug dazu hat, die Reihe auf ein neues, anderes Level zu hieven. Und mittlerweile ist mir das durchaus recht.





Das Leben unter einem Stein: Es kommt ein sechster Anhalter? WTF?

25 06 2009

Autor: wrowa

Wie konnte ich diese Nachricht verpassen? Da surfe ich gestern vollkommen unschuldig und mit guten Gedanken durch die Welt des World Wide Webs, nur um dann zufällig erfahren, dass bereits im letzten September eine schockierende Ankündigung getätigt wurde: Die vierteilige Trilogie in fünf Bänden wird demnächst um eine sechste Episode erweitert. Douglas Adams kongeniales Meisterwerk Per Anhalter durch die Galaxis wird dreißig Jahre nach Erscheinen des ersten Buches (und knapp 17 Jahre nachdem der fünfte Band „Mostly Harmless“, dessen unsäglichen deutschen Titel ich mich weigere zu verwenden, die Buchhandlungen dieser Welt unsicher machte) tatsächlich fortgesetzt – und das obwohl er bereits vor acht Jahren verstorben ist.

Bitte, was? Wer kam denn auf die Idee? Was soll das? Wer will das? Und vor allem: Wer soll das schreiben?

Die Antworten: Penguin Books und Adams’ Witwe. Geld einspielen. Niemand. Eoin Colfer.

Den Namen „Eoin Colfer“ hörte ich gestern zum ersten Mal in meinem Leben. Ich möchte ihn natürlich nicht verteufeln, bevor ich eines seiner Werke gelesen habe, aber die Infos, die ich über ihn finden konnte, wecken nur wenig Vertrauen. Er ist der Autor der Kinderbuchreihe „Artemis Fowl“, die sich um einen 12-jährigen „Criminal Mastermind“ dreht. „Klingt grässlich“.

Da ist es gut zu wissen, dass er die Situation zu Beginn ganz ähnlich betrachtete: „My first reaction was semi-outrage that anyone should be allowed to tamper with this incredible series“ und immerhin scheint der 44-jährige selber ein großer Fan des Anhalters zu sein „I first read the Hitchhiker’s Guide in my late teens (…)The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy was like nothing I had read before, or since for that matter. If you have read it then you know exactly what I am talking about. If you haven’t then read it now, moron. The problem is the hyperbole puts people off. If it’s so popular then it must be middle of the road, brimming with clichés and easily digested on the sands of Ibiza.

All false assumptions. The Guide is a slice of satirical genius. A marvel of quantum tomfoolery. A dissection of the absurdities of our human condition. A space odyssey that forces us to face ourselves and collapse in hysterics. Imagine if Messrs. Hawking and Fry were locked in a room with the entire cast of Monty Python and forced to write a book which would subsequently be edited by Pink Floyd, then the result would need a lot of work before it could be cut from Douglas Adams’ first draft.“

Bei näherer Betrachtung des Angebots, den Anhalter fortzuführen, hat er allerdings dennoch zugesagt. Denn „on reflection I realised that this is a wonderful opportunity to work with characters I have loved since childhood and give them something of my own voice while holding onto the spirit of Douglas Adams and not laying a single finger on his five books.“

Adams’ Familie freut sich über seine Entscheidung und Jane Belson, seine Witwe, gibt dem Projekt ihren Segen: „I am delighted that Eoin Colfer has agreed to continue the Hitchhiker series. I love his books and could not think of a better person to transport Arthur, Zaphod and Marvin to pastures new. The project has my full support“.

Und somit war der sechste Band beschlossene Sache, der auf den Namen „And another Thing“ hören soll. Der Name ist dabei ein Zitat aus dem vierten Band, „Macht’s gut und danke für den Fisch“. Im dritten Kapitel heißt es dort: „The storm had now definitely abated, and what thunder there was now grumbled over more distant hills, like a man saying “And another thing…” twenty minutes after admitting he’s lost the argument“ (In der deutschen Version „Und was ich noch sagen wollte…“).

Okay, aber was soll das Ganze bloß? Als Fan des Anhalters ist man es ja schon ein wenig gewohnt, nachdem Tod von Douglas Adams mit sehr zweifelhaften Projekten wie der ziemlich miserablen Kinoverfilmung aus dem Jahre 2005 konfrontiert zu werden – doch die Veröffentlichung eines sechsten Bandes stellt den absoluten Höhepunkt dar.

Colfer kann einem fast schon Leid tun: Er befindet sich in einer Lose-Lose-Situation. Er kann machen, was er will, er kann nicht gewinnen. Die Anhalter Bücher leben von Douglas Adams grandiosem Humor, der seine immense Intelligenz widerspiegelte, und seiner einzigartigen Art und Weise zu schreiben – sein komplettes Universum und seine Charaktere funktionieren nur aus diesem einen Grund. Wie soll Colfer dies fortsetzen? Sollte er versuchen, den Schreibstil Adams’ zu kopieren, wird es nur eine Millisekunde dauern, bis ihm vorgeworfen wird, dass „And Another Thing“ lediglich ein Plagiat und höchstens eine etwas bessere Fan-Fiction sei. Schreibt er den sechsten Band in seinem eigenen Stil (wie er es nach eigener Aussage handhaben wird), wird die ganze Sache sinnlos. Wer will einen Anhalter-Roman lesen, wenn er nicht in dem einzigartigen Stil von Douglas Adams verfasst wurde? Die Serie lebt von seiner Art zu schreiben – ein anderer Autor kann in der Hinsicht nur versagen. Da hilft auch diese Aussage von Colfer nicht: „I feel more pressure to perform now than I ever have with my own books, and that is why I am bloody determined that this will be the best thing I have ever written“.

Die ganze Situation wirkt sehr komisch und befremdlich. Ja, vor seinem tragischen und viel zu frühen Tod im Alter von 49 Jahren, sagte er selbst, dass er noch einen sechsten Anhalter schreiben möchte. Denn obwohl „Mostly Harmless“ eigentlich als das Ende der Serie fungiert (und obendrein ein äußerst radikales Ende darstellt), gab er seinen Fans vollkommen Recht, wenn sie sagen, dass es sich dabei um ein äußerst trostloses Buch hielt. Es entstand während eines schwarzen Lebensabschnitts, als er temporär von seiner Ehefrau getrennt war. Sein negatives Seelenbefinden findet sich in dem Buch wieder – und er weiß, dass die Anhalter-Saga ein anderes Ende verdient hätte. Doch, hätte er gewollt, dass jemand anderes die Reihe für ihn beendet? Er ging zu seinen Lebzeiten stets sehr behutsam mit seiner Marke um, hatte bei jeder Version des Anhalters immer seine Finger ganz tief im Spiel, damit bloß nichts mit seinem Universum angestellt wird, das nicht seiner Vision entspricht. Und nun so was? Was soll man davon bloß halten.

Ich möchte das Projekt aber nicht im Vorfeld verteufeln. Denn so skeptisch ich bin, so sehr freue ich mich als Fan der Reihe darauf, demnächst einen neuen Anhalter in den Händen halten zu können. Habe ich meine Zweifel bei dem Projekt? Ja. Bezweifele ich, dass Colfer einen guten Anhaltet auf die Beine stellen wird? Ja. Hoffe ich, dass er entgegen meiner Erwartung ein klasse Buch abliefern wird? Oh ja, das tue ich.

Erscheinen soll „And another Thing“ bereits am 12. Oktober zum 30. Geburtstag des ersten Romans. Tja, es wird wohl Zeit für mich, die Tage bei meinem Buchdealer vorbeizuschauen und eine Vorbestellung zu tätigen.





Vergessene Perlen – Castlevania 64

23 06 2009

Autor: sunblock

Ein entscheidender Punkt, in dem sich die Geister der meisten Fans eines Videospiels scheiden, ist wohl die 3D-isierung von bisher in 2D gehaltenen Spielereihen. Dieses Phänomen ist auch bei Castlevania zu beobachten; hier gibt es bis heute heftige Diskussionen darüber, in welche Dimensionen ein Castlevania “verpackt gehört”. Thema dieser Gespräche ist dabei natürlich auch das auf dem N64 erschienene Castlevania 64, welches – zumindest meiner Meinung nach – eine gelungene Portierung einer etablierten Serie in die dritte Dimension darstellt. Leider ist da nicht jeder meiner Meinung! Wie auch immer man zu diesen Diskussionen steht, so sollte man doch zumindest die hervorragende Qualität des Soundtracks anerkennen, die mir heute beim Herumklicken auf YouTube wieder ins Gedächtnis gerufen wurde.

Wer also jetzt Lust bekommen hat, nostalgisch den bekannten oder auch unbekannten Klängen zu lauschen, darf sich an den nachfolgenden Links austoben!

Castlevania 64 music track # 1 Dracula battle

Castlevania 64 music track # 3 Castle Center

Castlevania 64 music track # 4 Clock Tower

Castlevania 64 music track # 5 First struggle





Obama: Videospiele gegen Bücher tauschen

22 06 2009

Autor: sunblock

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Auch wenn es vielleicht gar nicht bewusst von Statten geht, so lässt sich eine gewisse vorurteilsbelastete Einstellung des amerikanischen Präsidenten gegenüber Videospielen doch nicht abstreiten. Die Seite GamePolitics liefert mehrere Zitate aus der jüngsten Vergangenheit, in denen Videospiele, naja sagen wir mal recht negativ, beleuchtet wurden.

“We need to set limits and expectations. We need to replace that video game with a book and make sure that homework gets done… We need to tell our sons, Those songs on the radio may glorify violence, but in our house, we find glory in achievement, self-respect, and hard work.”

“The world has gotten competitive. The Chinese, the Indians, they’re coming at us and they’re coming at us hard, and they’re hungry, and they’re really buckling down.
And they watch – their kids watch a lot less TV than our kids do, play a lot fewer video games, they’re in the classroom a lot longer.”


“[Preventive care] starts with each of us taking more responsibility for our health and the health of our children. It means… raising our children to step away from the video games and spend more time playing outside.”

Das mag jetzt alles etwas arg selektiv wirken, nichtsdesto trotz findet man hier eine ziemlich konservative (und damit den meisten Wähler wohl zuträgliche) Darstellung von Videospielen, die aus unerfindlichen Gründen einen Gegensatz zu Büchern darstellen müssen. Dass Bildung auch in vielen Videospielen stattfindet und dass es ebenfalls Bücher gibt, die das verdruckte Papier nicht wert sind, tut hierbei wohl mal wieder nichts zur Sache. Ganz zu Schweigen von der gesundheitlichen Beeinträchtigung des Körpers durch Videospiele.

Was wir hier haben ist ein typisches Phänomen beim Umgang mit neuen Medien – gesellschaftliche Probleme, die in irgendeiner Hinsicht damit verknüpft werden können oder gar Teil des Problems sind, werden zur Ursache gekürt. Das ist – aus historischer Perspektive – alles andere als neu und ich hoffe sehr, dass Videospiele in baldiger Zukunft über diese Phase hinaus sind.






Wörterbuch der Videospiel-Theorie

21 06 2009

Autor: sunblock

Ein Projekt des Ludologen Jesper Juul, beschäftigt am MIT, befasst sich mir einer überschaubaren Katalogisierung diverser für den Videospiel-Diskurs interessante Begriffe: A Dictionary of Video Game Theory bietet einen brauchbaren Überblick über diese Begriffe, besonders für noch nicht in die Materie eingearbeitete Leser sollte dieses elektronische Wörterbuch interessant sein. Es wurde unter zur Hilfe Nahme einiger anderer Werke herausgearbeitet und ihm Rahmen der Veröffentlichung des Buches “Half-Real” von Juul auf der dazugehörigen Internetseite veröffentlicht.

Wer also Interesse an dem Thema hat (wer hat das nicht!?) sollte bei Gelegenheit mal vorbeischauen.

Half-Real: A Dictionary of Video Game Theory





Die neuen USK Siegel sind da!

20 06 2009

Autor: wrowa

Deutschlands Jugend ist verdorben, versaut und vom Bösen infiltriert. Der Grund: Videospiele. Aber natürlich sind Games nicht der einzige Faktor, der es dem Teufel ermöglichte, diese unschuldigen und lieben Menschen zu verformen. Ein anderer, sehr wichtiger Grund sind viel zu kleine USK-Siegel auf den Videospielverpackungen. Denn wie sollen die kleinen, artigen Bengel  bemerken, dass sie ein Spiel noch gar nicht spielen dürfen, wenn die Alterseinschränkung von einem normalen Menschen doch gar nicht wahrgenommen wird? Und wie sollen die Eltern, die Logos erkennen, wenn sie doch so winzig sind? Na gut, wenn sie sich für die Altersfreigabe interessieren und es ihnen nicht am Allerwertesten vorbeigehen würde, was ihre Schutzbefohlenen spielen, hätten sie auch auf die kleinen USK-Logos geachtet – aber das bringt doch gar nichts zur Sache! Denn Fakt ist: Kleine USK-Siegel sind ein Werk des Teufels. Punkt. Ergo sah man es im letzten Jahr vonnöten die Größe dieser Siegel zu vervierfachen.

Aus einem merkwürdigen Grund sieht das aber ziemlich doof aus.

Das weiß auch die USK und bemühte sich um die Erlaubnis ihre Siegel verändern zu dürfen – die FSK durfte das immerhin auch. Tja, aber die FSK ist nicht die USK. Filme sind nicht Spiele. (Und die Filmindustrie nicht die Videospielindustrie – allerdings geht der deutschen Regierung eine dieser beiden Industrien am Popo vorbei. Ihr dürft raten welche!). Nach elendig langer Überzeugungsarbeit bekam die USK allerdings doch die Erlaubnis und das Ergebnis darf ab sofort auf den Game-Verpackungen der Nation bewundert werden!







Kleiner sind sie natürlich nicht geworden, aber dank der neuen Form versprühen sie nicht mehr ganz so stark den Charme eines störenden Fremdkörpers, der sich ohne Erlaubnis auf dem Cover wie ein dreckiger Blutegel festgesetzt hat.  Zwei schöne Neuerungen gibt es auch: 1) Endlich wird die alles entscheidende Zahl nicht in einer alles Textwüste erschlagen. 2) Das Quadrat ist leicht transparent und wirkt somit einen Tacken hübscher auf der Packung. Das heißt, sofern die Hersteller mit Photoshop umgehen können. Es gibt bereits erste Kandidaten, die sich als unfähig erwiesen haben und bei denen von Transparenz keine Spur mehr zu sehen ist …





NeoGAF down? Internetz verfällt in Panik!!!1

17 06 2009

Autor: wrowa

Man kann das NeoGAF wohl ohne Übertreibung zum Dreh- und Angelpunkt der Gaming-Community bezeichnen. Hier geben sich Freaks und Nerds die Klinke in die Hand und leben in ewiger Harmonie. Ein Leben ohne dieses populäre Forum? Undenkbar! Was soll man denn ansonsten im Internetz tun? Oder während der Arbeit? Schlimmstenfalls würde man noch produktiv werden!

Heute war dummerweise ein solcher Tag: Das GAF war für den größten Teil der Menschheit down. Und niemand wusste wieso. Panik im Internet. Werden wir diese Zeit überleben? Steht das Ende der Zeit bevor? Wir Jesus nun auf einem rosa Pogopuschel gen Erde fliegen und das letzte Gericht ausrufen?

Nein. Es besteht “lediglich” ein DNS Fehler, der das Forum beinahe unerreichbar werden lässt. Das heißt, für diejenigen, die sich nicht zu helfen wissen. Bei einigen klappt es bereits, statt der normalen NeoGAF URL auf .net oder ga-forum.com. Den meisten bringt aber auch diese kleine Trickserei nichts.

Wer nicht ins GAF kommt und dringend nach einer Lösung sucht: Windows Ordner öffnen, System 32 anklicken, Driver Ordner herrauspicken und im etc Ordner die Datei “hosts” mit dem Editor öffnen und die Zeile 72.52.200.115 www.neogaf.com hinzufügen. Voilá.

Lustig war’s aber – wie oft hat man schon ein NeoGAF erlebt in dem sich weniger als 200 Internet-Gestalten tummeln? Ein elitärer Kreis. Ein elitärer, verdammt unheimlicher Kreis.

Lustiger Nebeneffekt der Sache: “NeoGAF down” hat sich am heutigen Nachmittag auf Platz 65 der Google-Trends festgesetzt. Die Panik macht selbst vor Suchmaschinen keinen Halt!





Loni, die Geschichte der Verlässlichkeit

17 06 2009

Autor: wrowa

„Ich melde mich in einigen Tagen“. Kennt ihr das? Leute, die ganz lässig meinen, sie würden sich in Windeseile wieder bei einem melden? Ja? Dann wisst ihr sicherlich auch, dass genau diese Personen eine ausgeprägte Charaktereigenschaft haben, auf die man sich Tag wie Nacht verlassen kann: Sie werden sich nicht melden. Egal, wie lange man gebannt vorm Telefon sitzen möge und aus Angst, den Moment zu verpassen, an dem der Status„einige Tage“ endlich erreicht ist, sich nicht traut auch nur eine Sekunde lang den Hörer nicht im Blickwinkel zu haben. Personen dieses Typus Mensch werden sich nicht melden. Aber man sollte ihnen daraus keinen Strick drehen – aufgrund einer üblen Laune der Natur, die ihre Depressionen mal wieder am Genpool der Menschheit ausließ (habt ihr euch schon einmal gewundert, wie diese geschmackliche Perversion namens Gangsta-Rap entstehen konnte? Jetzt wisst ihr’s), ist diese Eigenschaft tief in ihren Erbanlagen verwurzelt. Sie sind vollkommen unschuldig!

Die „Ich melde mich“-Menschen haben noch eine andere Eigenart an sich: Sobald man denkt, sie würden sich nie mehr, weder in diesem noch im nächsten Leben melden, stehen sie auf einmal wieder mit einem unschuldigen Welpenblick vor der Tür und ihr strahlendes Lächeln reflektiert die Worte „Hey! Hier bin ich!“. Als ob nie was gewesen sei.

Solche nervigen Biester von Menschen.

Meine Dragon Quest 3 Heldin Loni ist ein Mensch genau dieser Abstammung. Vor fast zwei Monaten hieß es, ihre Geschichte würde „in den nächsten Tagen fortgesetzt“. Und? Pustekuchen! Kein Mucks hat sie mehr von sich gelassen! Man könnte sagen, mit diesem Verhalten hat Loni zweifelsfrei bewiesen, dass es sich ihr bei tatsächlich um eine Frau handelt – schließlich können doch nur weibliche Wesen so unzuverlässig sein, nicht wahr? Und wie hätte sie sich überhaupt melden sollen, wenn ihr Abenteuer doch noch gar nicht anfangen konnte? Immerhin brauchte sie locker einen Monat um zu erkennen, dass es sich bei einem Schwert um kein Gerät zum Nägelschneiden handelt. So etwas oder ähnliches könnte man sagen – aber wie wir alle wissen, sind Frauenwitze nicht erst seid Mario Barth unlustig – und wenn dieser selbsternannte Comedian der Prototyp einer Person ist, der Frauenwitze erzählt, gibt es kaum einen Job der weniger begehrenswert sein könnte. Oder wer will schon gerne ein unsympathischer Kerl sein, der bei jedem einzelnen seiner Witze am lautesten lacht – seien sie noch so unlustig? Wohl eher keiner. Hoffe ich.

Loni selbst würde die Geschichte wahrscheinlich ganz anders sehen: SIE ist eine strahlende Heldin, die täglich ihr Leben riskiert um unseren Hintern zu retten! SIE ist eine wichtige Person! Und wichtige Personen, die schreiben ihre Historie nicht mit der eigenen Hand nieder und sie benutzen dafür auch nicht den eigenen Kopf. Denn unheimlich bedeutungsvolle Personen, wie sie zweifelsfrei eine ist, haben dafür ihre Journalisten, die dafür zuständig sind, ihre Memoiren zu verfassen. In diesem Fall bin das wohl ich – ergo ist es ganz allein mir zu verdanken, dass der fleißige Blogleser nichts mehr von ihr gehört hat! Nur weil ich so faul sein musste und meine Fingerchen lieber geschont habe oder andere Sachen tippte, die auf der Prioritätenliste grob geschätzte 42 Nummern unter der Fortsetzung ihrer Geschichte platziert sind!

Tja, traurigerweise ist es ihr aber nicht möglich, ihre Ansichtsweise des Themas zu äußern – schließlich ist sie wie es sich für eine vernünftige Dragon Quest-Heldin gehört stumm. Wer den Mund nicht aufmachen kann, kann sich aber dummerweise auch nicht beschweren. Zu Schade.

In dem Sinne: Lonis Geschichte wird fortgesetzt! Als nächstes wird der interessierte Leser erfahren dürfen, wie in Gottes Namen aus Loni eine Königin würde. Wann ihr mit dem nächsten Artikel rechnen könnt?

In einigen Tagen.





Miyamoto ist die Nr.1 unter Kollegen

15 06 2009

Autor: sunblock

Quelle: kotaku

Quelle: kotaku

Wie unter anderem PCgames berichtet, wurde Shigeru Miyamoto im Vorfeld der Develop (Entwicklerkonferenz in England) von seinen Kollegen zum renommiertesten Entwickler gekürt. Ansonsten sieht es für die japanische Videospielindustrie mehr oder weniger akzeptabel aus; zwei Entwickler schafften es in die Top Ten. Das ist keineswegs verwunderlich; schließlich handel es sich hierbei um eine Entwicklerkonferenz im Westen, bei dem auch größtenteils eben Entwickler aus demselbigen Kulturkreis anwesend sind.

1. Shigeru Miyamoto
2. John Carmack
3. Will Right
4. Dave Jones
5. Sid Meier
6. Peter Molyneux
7. David Braben
8. Masaya Matsuura
9. Michael Morhaime
10. Jonathan Blow

Mir persönlich sagen die Namen erstaunlich wenig. Aber ich war auch noch nie wirklich in solchen Themen drin!